Beim Essen sparen: Meine Spielregeln

Heute geht es ums Essen! Du hast, so wie wir alle, sicher dein Repertoire an Lebensmitteln, die du jeden Monat aus dem Supermarkt nach Hause trägst: Du hast deine Vorlieben und kaufst bestimmte Produkte, Marken, und vielleicht auch Siegel wie Bio und Fairtrade. Und am Ende des Monats ist dann eine bestimmte Summe X für Essen aus dem Supermarkt ausgegeben. Aber wie hoch ist die bei dir? 300€? 150€? Könntest du noch sparen? 

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Meine Ausgaben für Lebensmittel betragen 80€ und die für auswärts essen etwas 25€ pro Monat. Darum teile mit dir heute meinen Einkauf, meine Gedanken dazu und auch einen Blick in meinen Vorratsschrank. Außerdem habe ich meine vier Spielregeln um beim Essen zu sparen herausgearbeitet! Ich würde sie als „durchschnittlich“ mit Tendenz hin zum Kochen mit Grundnahrungsmitteln beschreiben. Ich esse nicht immer bio, aber lokal bzw aus dem eigenen Garten. Eure Ansprüche an eine gesunde Ernährung sind vielleicht größer als meine, also ist 80€ für euch vielleicht etwas tief gegriffen.

Aber schau selbst was sich da in meinen Einkaufswagen lasse: Klick hier fürs Video über einen typischen Einkauf und meinen Vorratsschrank



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80€ pro Monat? Was steckt dahinter?

Dahinter steckt an sich eine Reihe von Spielregeln beziehungsweise Gewohnheiten, die ich über die letzten zwei Jahre gefestigt habe und durch die ich inzwischen ganz „natürlich“ spare. Innerhalb dieser fest gesteckten Grenzen kaufe ich das Essen worauf ich Lust habe. Bleibst du lang genug in so einem Muster, dann ist es irgendwann das Abweichen davon - also der Griff nach einem teuren Markenprodukt - was dich Überwindung kostet.

Aber es steckt noch etwas dahinter: Eine ganze frugalistische Lebensphilosophie! Ich habe mich entschieden absichtlich unter meinen Verhältnissen zu leben. Ich weiß, dass die Qualitätsunterschiede zwischen Marken und No-Name-Produkten den doppelten Preis nicht wert sind. Da bezahle ich für das Statussymbol, für das Gefühl, es mir leisten zu können. Aber ist das langfristiges Glück? Immer mit den anderen mithalten und mir von der Marketingwelt immer neue Bedürfnisse aufschwatzen lassen? Nein, da mache ich nicht mehr mit. Stattdessen erarbeite ich mir mit jedem gesparten Euro mehr Freizeit in meinem Leben und die Chance viel früher als mit 67 mit der Lohnarbeit aufzuhören.

Meine 4 Spielregeln für um beim Essen zu sparen:

1. Ich setze mir Limits: ein grosser Rucksack, alle zwei Wochen, nur Hausmarken

Ich mache keinen Wocheneinkauf. Und ich gehe schon gar nicht für jedes Gericht einzeln los. Da stiehlt sich nämlich immer noch ganz viel extra Zeug aufs Laufband. Stattdessen habe ich einen 35 Liter Wanderrucksack und damit radel oder gehe ich alle zwei Wochen los. Der Rucksack schränkt mich ganz automatisch darin ein, wie viel ich kaufen kann. So achte ich gar nicht auf die Gesamtsumme des Einkaufs. Ich achte darauf vor allem „günstige“ Produkte in den Einkaufswagen zu legen (mit Räucherlachs oder Avocados würde diese Regel jetzt nicht funktionieren…) und dann einfach darauf, dass ich die Sachen auch nach Hause bekomme. Mit dem Rucksack gehe ich alle zwei Wochen los und dann passt es ungefähr mit den 80 Euro.

2. Ich kaufe auf Vorrat bei Angeboten

Ich kaufe eigentlich nur bei Lidl. Die beschränkte Auswahl an Produkten hilft mit den Entscheidungen und ich muss nur zu einem Geschäft. Auch die Angebote bei Lidl sind günstiger als würde ich solche Produkte im Supermarkt nebenan kaufen. Zudem gibt es so etwas besonderes wie Ahornsirup oder Halloumi-Käse dann nur ein- oder zweimal im Jahr.

Lidl Belgien hat eine andere Produktpalette, und deren dauerhaft geführte Palette an Bio- und Vegan-Produkten ist sehr klein. Sojamilch gibt es regulär gar nicht. Beim jetzigen Einkauf habe ich also mit Sojamilch, Ahornsirup und Olivenöl bei der Bio-Aktionswoche zugeschlagen. In anderen Wochen sind es dann zum Beispiel Asia-Produkte. Wenn du die reguläre Preise von Produkten kennst, kannst du bei Schnäppchen zuschlagen und für eine Weile aussorgen.

Genauso gibt es vielleicht bei dir spezielle Märkte oder Geschäfte, die viel günstiger sind, aber weiter von dir entfernt sind. Besuche sie hin und wieder und decke dich dann direkt ein: Ich gehe alle halbe Jahr auf den arabischen Markt hier in Brüssel und lasse mir kiloweise Kichererbsen, getrocknete Bohnen, Popcornmais, Linsen und Couscous abfüllen. Bei dir ist es vielleicht ein Asia-Laden, der exotische Zutaten viel günstiger hat als der Supermarkt bei dir um die Ecke.

3. Ich kaufe „Exotisches Essen“ nur heruntergesetzt

Die Psycholgie des orangenen Rabatt-Stickers greift bei mir schon sehr stark. Sachen, die ich eigentlich niemals kaufen würde sind mit Rabatt hyperattraktiv - obwohl immer noch viel teurer als mein Standard-Repertoire an Grundnahrungsmittenl. Fertig-Salate, Smoothies, besonderer Yoghurt, getrocknete Tomaten, jetzt eben Halloumi-Käse - kaufe ich eigentlich nur mit dem orangenen Rabattaufkleber. Sicher könnte ich noch disziplinierter sein. Aber ein bisschen „exotisches“ ist schön, und da zeige ich lieber im Supermarkt bei einem Produkt kurz vor dem Ablaufdatum Schwäche als dass ich ein paar Stunden später einem Snack unterwegs nicht widerstehen kann.

4. Ich sorge für den nächsten Hunger vor

Reisen sind etwas besonderes. Ich bin nicht sehr oft in Bahnhöfen oder Flughäfen und sie verführen uns mit vielen Essensangeboten. Meine Gewohnheit, mir auf Reisen in Bahnhöfen Sushi oder Frittiertes zu gönnen hält sich hartnäckig. Doch wenn du kannst, sorge vor: Meine Lieblingsessen zum mitnehmen sind Couscous-Salate weil sie auch kalt lecker sind und satt machen. Außerdem schmeckt auch Soja-Fleisch kalt gut und liefert viel Energie.

Zudem ist vorkochen meine absolute Geheimwaffe! Du sparst dir so viel Zeit und Nerven wenn du einfach die doppelte oder dreifache Portion kochst. Du stellst die Küche eh auf den Kopf, sammelst alle Zutaten zusammen, stehst am Herd! Meistens brauchst du nur etwas mehr Zeit fürs Gemüse schnippeln, aber ansonsten dauern 6 Portionen oft genauso lang wie 2. Und so habe ich immer das Mittagessen für den nächsten Arbeitstag und eine Auswahl verschiedener Gerichte im Tiefkühlfach!

Traust du dich mitzuspielen?

Na, was meinst du? Klingt das alles ganz schön nach Verzicht? Weißt du, es ist nur solange Verzicht, wie du den anderen hübschen Sachen im Supermarktregal nachtrauerst. Es ist nur so lange Mehraufwand, bis für dich das Selberkochen Teil der wöchentlichen Routine ist. Ja, es bedeutet umzudenken, auch einfache Gerichte wertzuschätzen, kreativ und ausdauern beim kochen zu werden, und dir bewusst zu werden welche Möglichkeiten die reduzierten Ausgaben dir bieten.

Und so ist es irgendwann kein Verzicht mehr. Ich fühle mich nicht als würde ich verzichten. Für mich ist sparen ein Spiel, bei dem ich selbst vor langer Zeit die Spielregeln festgelegt habe und nun Monat für Monat schaue wie ich das leckerste, gesündeste und abwechslungsreichste Essen innerhalb meiner Spielregeln zustande bekomme. Und so bleibe ich innerhalb meines Budgets.

Aber jetzt bin ich neugierig: An welchen Schrauben kannst du bei deinen Einkaufs- und Kochgewohnheiten noch drehen um zu sparen? Wo kannst du Kosten reduzieren ohne dass du die von dir gewünschte Qualität und Siegel aufgeben musst?

  • Barbara sagt:

    Hallo Mareile, danke für deine Gedanken! Deine Videos und den Blog habe ich in dieser schlaflosen Nacht entdeckt, und ich finde deine Beiträge sehr interessant. In der CH haben wir etwas höhere Ausgaben für Lebensmittel zu bewältigen, ich funktioniere im Monat Oktober mit Fr. 50.–/Woche für Lebensmittel. Das ist für mich extrem wenig, üblicherweise brauche ich Fr. 80.–/Woche. Aber es geht auch so! Jedenfalls werde ich in den nächsten Tagen mal zu Lidl radeln und schauen, was ich dort günstiger kriege. Dir gute Zeit und einen lieben Gruss, Barbara

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