Raus aus den Schulden in fünf Schritten!

Du hast dich ein bisschen durch diesen Blog geklickt und kannst von meinen Ersparnissen nur träumen? Dein Kontostand läuft öfter mal gegen null, oder schlimmer noch, immer wieder flattern Rechnungen ins Haus, die du am liebsten gar nicht erst öffnen möchtest? Vielleicht musst du sogar erstmal den Weg raus aus den Schulden finden? Erstmal: Ich freue mich, dass du hier bist! Hoffentlich bestärkt dich dieser Blog darin, deine Finanzen in den Griff zu bekommen! Und: Es tut mir leid wenn ich hier manchmal an deiner Lebensrealität vorbei schreibe.

Ja, für viele von uns ist es nicht einfach, einen Großteil des Einkommens zur Seite zu legen. Lass uns trotzdem das beste geben, egal in welcher Situation du dich befindest! Lass uns diese Geldsorgen anpacken, die braucht kein Mensch! Darum hier meine eigenen Erfahrungen mit Geldsorgen und die fünf Schritte um sie loszuwerden:

Sie haben bei uns das Wasser abgedreht weil die Rechnung nicht bezahlt war

Als ich 16 Jahre alt war habe ich in den USA ein Austauschjahr verbracht und in einer Familie mit hohen Schulden gelebt. Ich weiss wie es sich anfühlt, wenn am Ende des Monats kein Geld mehr für Lebensmittel da ist. Wenn erst das Wasser und dann die Elektrizität abgedreht wird. Wenn immer nur für 5 Dollar nachgetankt wird und dann mal das Auto liegen bleibt weil der Tank leer gefahren ist. Das war mein Alltag für ein Jahr. Zum Abendessen standen meist Nudeln, Bohnen oder Reis zur Auswahl. Und ich habe es als „normal“ angenommen, mich daran gewöhnt. Ich bin damals nicht gegangen, obwohl ich theoretisch hätte anfragen können die Gastfamilie zu wechseln. Ich liebte meine Gastfamilie. Ich habe mich ihnen verpflichtet gefühlt. So habe ich niemandem von der Armut erzählt. Dafür war ich zu sehr Teil des Familienklans, war es zu wichtig, das Bild einer funktionierenden Familie aufrecht zu halten. Meine Eltern in Deutschland waren weit weg und ich wollte nicht, dass sie sich Sorgen machen. Also wussten auch sie nichts.

Damals war ich 16, ich war praktisch noch ein Kind. Es waren nicht meine Schulden. Ich musste nicht raus aus den Schulden, kenne nicht die Gefühle, die damit verbunden sind. Ich habe zwar die Konsequenzen hautnah erlebt, aber ich konnte nach einem Jahr wieder gehen, zurück zu meiner deutschen Mittelstandsfamilie, wo der Kühlschrank auch zum Ende des Monats noch voll war. Meine Erinnerungen an die Zeit in den USA sind sehr verschwommen, nach dem Jahr habe ich vieles verdrängt. Doch ich glaube es hat mich geprägt. Ich habe noch immer eine dicke Haut von damals, es macht mich verbissen und kämpferisch. Und manchmal bin ich von meinem unglaublichen Bedürfnis nach Unabhängigkeit überrascht. Was treibt mich dazu wie besessen Geld zur Seite zu legen? Vielleicht ist es die 16-jährige in mir, die die Kontrolle verloren hatte. Die 16-Jährige, die weiß, wie sie NICHT leben möchte. Die weiß, was sie ihre Kinder NICHT erleben lassen möchte.

Trotzdem, inzwischen bin ich 26. Meine Erinnerungen von vor 10 Jahren sind in weiter Ferne. Meine gegenwärtige Lebensrealität ist eine ganz andere. Ich selbst muss nicht raus aus den Schulden. Mein Verhältnis zu Geld war nie mit Angst und Scham beladen. Deshalb gibt es sicher andere Menschen im Internet, die dir mit diesen ersten Schritten viel viel besser helfen können als ich! Darum: Schau dich auch anderswo um. Doch viele meiner Posts zu einem sparsamen Leben sind sicher auch für dich interessant. Ich freue mich natürlich wenn du auf meinem Blog Inspirationen findest.

Egal wo du gerade bist: Ich möchte, dass du dich gut fühlen kannst. Ich möchte, dass deine (zukünftigen) Kinder sich gut fühlen können. Niemand braucht Geldsorgen! Sie lenken dich nur davon ab, dein Leben zu genießen, deinen Kindern Entspanntheit zu vermitteln, und andere mit deiner Lebenslust zu beflügeln! Also los, lass uns das anpacken! Jetzt geht’s raus aus den Schulden! Geldsorgen braucht kein Mensch! Diese Geldsorgen müssen weg! „Hach, wenn das so einfach wäre“, sagst du. Okay okay, ich lasse es schon wieder „einfach“ erscheinen. Ist es nicht. Es ist Arbeit. Aber ein Schritt nach dem anderen kommst du irgendwann an. Nur musst du erstmal in die Richtung der Schulden schauen um sie anzugreifen. Ich wünsche dir, dass du es schaffst!

Es ist vielleicht ein weiter Weg vor dir. Doch mit einer guten Karte, inspirierendem Proviant und deinem Durchhaltevermögen kannst du es schaffen! Zu allererst heißt es:  Aufwachen! Schulden sind ein Notfall und Mr MoneyMoustache ist sehr gut im wach rütteln!

Und dann geht’s los! Hier also frei nach Dave Ramsey’s Baby-Steps  die empfohlene Marschroute! Wie wir das tatsächlich Tag für Tag angehen ohne gleich überfordert zu sein schreibe ich noch, keine Sorge 🙂

Schritt 1: Lege eine Notreserve von 1000€ zur Seite

Du brauchst einen Notgroschen. Und der Notgroschen sind keine Ersparnisse „für“ etwas. Diese 1000€ sind einzig und allein für Unvorhersehbares. Es geht darum ein Polster zu haben um neue Schulden zu verhindern. Von heute auf morgen ist die Waschmaschine kaputt. Oder das Auto fährt nicht mehr. Was ist ein echter Notfall? Eine Ausgabe, die du bezahlen musst und bezahlen würdest, egal wie schlecht deine finanzielle Situation ist. Sonst nichts. Denn einmal ausgegeben kann es dauern bis diese Reserve wieder zusammen gespart ist. Was wenn in der Zeit noch eine Katastrophe passiert? Dann wird das nichts raus aus den Schulden zu kommen.

Für diesen Schritt (und auch alle weiteren) ist eines wichtig: Krieg deine Ausgaben so weit wie möglich unter deine Einnahmen! Beschäftige dich also noch heute eingehend mit deinen Ausgaben. Stelle die Weichen in deinem Konsumverhalten so, dass Monat für Monat etwas übrig bleibt. Praktisches findest du in der Kategorie „Einfach leben“. Dazu später mehr!

Schritt 2: Raus aus den Schulden

Ich selbst habe keine Erfahrung damit, aus Schulden rauszukommen. In der deutschen Szene kenne ich mich auch überhaupt nicht aus. Empfehlen kann ich nur einen religiös-konservativen Typen in den USA namens Dave Ramsey. Der lästert zwar hin und wieder über Obamacare und Sozialismus, aber seine Ratschläge haben Hand und Fuss, wenn es darum geht sich von Schulden zu befreien. Das Politische und Fundamental-christliche blende ich einfach aus. Dieser Blogbeitrag ist auch frei nach Dave Ramsey‘s Baby-Steps. Du kannst ja mal bei ihm vorbeischauen. Ansonsten ist er so beliebt in den USA, dass es hunderte von Blogs gibt, die seinem Ansatz folgen aber in einer sozial-liberaleren Interpretation. Such einfach mal nach, „Baby-Steps“, „Debt Snowball“, und „Debt Avalanche“ und du solltest ein paar interessante Blogs finden. Falls jemand gute deutsche Ressourcen kennt, lasst es mich gern wissen! Ich kenne mich hier viel zu wenig aus und fühle mich auch schlecht an einen englisch-sprechenden 55 Mio € schweren Amerikaner zu verweisen.

Wie raus aus den Schulden? Geld sparen, Ausgaben verringern, einfach leben

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Schritt 3: Lege mindestens 3 Nettogehälter zur Seite

Jetzt da du mit den Schulden alles unnötige Gewicht abgeworfen hast gilt es weiter an einem Sicherheitsnetz zu werkeln. Vergrößere deinen Notgroschen von 1000€ auf mindesten 3 Nettogehälter. Falls doch einmal etwas unvorhergesehenes passiert kannst du so alles einfach umschiffen. Manche von euch (und ich auch) haben hier noch Welpenschutz, wo wir bei echten Notfällen auch auf den Notgroschen unserer Eltern zählen könnten. Aber ich denke es ist wichtig sich an einen „gesunden Kontostand“ zu gewöhnen. Und ein „gesunder“ (Tagesgeld)-Kontostand ist halt eher 5.000€ statt 500€. Und um gegen weitere Unvorhersehbarkeiten gewappnet zu sein: Hast du schon eine Haftpflichtversicherung und Berufsunfähigheitsversicherung? Beide decken unkalkulierbare Risiken ab, die dich, wenn unversichert, in den Ruin treiben können. Keine Sorge, damit werd ich dich später nochmal nerven, versprochen 🙂

Schritt 4: Lass den Gürtel eng geschnallt! Halte deine Ausgaben weiter unter deinen Einnahmen

Super, die größten Hürden sind bereits überwunden! Wahrscheinlich hat es auch einige Monate gedauert bis hierher zu kommen und du hast dir Selbstdisziplin und eine Reihe von neuen Gewohnheiten angeeignet. Und nun ist auf einmal ganz schön viel Geld auf deinem Konto. Jetzt gilt es der Versuchung zu widerstehen, den Gürtel wieder etwas lockerer zu schnallen. Halte dieselben Gewohnheiten aufrecht, spare weiterhin denselben Anteil deines Gehaltes. Doch jetzt sammelst du nicht mehr Ersparnisse! Jetzt sammelst du Kapital! Kapital, welches hoffentlich bald für dich arbeiten wird!

Schritt 5: Lass dein Geld für dich arbeiten: Trau dich an den Aktienmarkt

Denk daran, du musst nichts überstürzen. Dieses „Kapital“ kannst du auch erstmal eine Weile sammeln bevor du es investierst. Du hast hart für dieses Geld gearbeitet. Im Aktienmarkt kann es auch mal drastisch an Wert verlieren. Was wenn statt der schönen 5.000€ innerhalb eines Tages auf einmal nur noch 3.700€ im Depot stehen? Der finanzielle Stress sitzt dir vielleicht noch in den Knochen, du bist gerade erst raus aus den Schulden, insofern lass es langsam angehen mit dem Investieren. 10% deines monatlichen Gehalts in einen ETF-Sparplan zu stecken ist ein guter Anfang!

Trau dich, du schaffst das!

Der Weg zum Ziel ist lang. Also mach dich auf, auch wenn es etwas länger dauert. Am Ende wartet dein kleines sorgenfreies Paradies auf dich 🙂 Trau dich noch heute den ersten Schritt zu machen und beginne dir über deine Ausgaben bewusst zu werden. Schreibe alle deine Ausgaben für einen Monat auf um dir bewusst zu werden wo du sparen kannst!

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