Upcycling: Das „Kanutäschchen“ für lau

Schön, günstig und nachhaltig – Das schließt sich meiner Meinung nach ganz und gar nicht aus. Deshalb teile ich mit euch heute eine kleine Kreation: Aus trägerlosem Kleid mit kaputtem Reisverschluss für 1€ wird ein freundlicher Rock  und ein kleines Täschchen!

Diese Woche hatte ich eine Freundin aus England zu Besuch, mit der ich natürlich auch ein bisschen Sightseeing in Brüssel gemacht habe. Dabei musste ich ihr natürlich auch die wunderbaren Second-Hand-Läden von Brüssel zeigen. Und siehe da, wir sind beide in der 1€ Ecke fündig geworden. Da gab es zum einen jeweils eine rote Jeanshose, mit der wir beide am nächsten Tag im Partnerlook losgezogen sind.

Und dann gab es dort noch dieses Kleid:

DIY Nähen

Uns beiden gefiel zwar der Stoff, doch komplett trägerlos sahen wir darin auch ziemlich nackt aus. Schulterfrei ist nun wirklich nicht so alltagstauglich. Der Reissverschluss am Rücken war auch noch kaputt. Dafür hatte das Kleid diese genialen grossen Taschen, die wir uns ganz und gar nicht entgehen lassen wollten. Zum Glück reichen meine Nähfähigkeiten aus, um so ein Kleid in der Mitte durchzuschneiden und ein elastisches Bündchen anzunähen. Und so stand die Abendbeschäftigung fest: Gemütlich zusammen Podcasts hören, während ich das Kleid in einen Rock für meine Freundin und vielleicht noch etwas Hübsches für mich umdoktore.

Der Upcycling-Rock:

Der Rock ist ganz hübsch geworden, schaut her:
Das Kleid bestand aus drei „Hauptteilen“: Dem Oberrock, dem Unterrock und dem Oberteil, die alle drei an einer Naht an der Hüfte miteinander verbunden waren.

  1. So auseinander schneiden, dass Ober- und Unterrock noch gerafft miteinander verbunden sind. Die Hüftnaht blieb erstmal erhalten.
  2. Hüfte abmessen und entsprechenden Stretchstoff zuschneiden.
  3. Stretchstoff zu einem Bündchen machen. Dafür muss man ihn als Rand zusammen nähen und dann doppelt legen.
  4. Stretchstoff mit neuer Naht an die beiden Röcke nähen. Schauen, dass du die alte Naht danach vielleicht rausschneiden kannst.

Das Upcycling-Täschchen:

Aber nun zum richtig kreativen Teil! Was mache ich mit dem Oberteil-Rest? Der Stoff war rund um den Busen gerafft und vorne mit vier vertikalen Bordüren abgesetzt. Da, wo der Busen mal war, lies der geraffte Stoff richtig viel Platz zu. Wie das wohl als Täschchen ausschaut? Leer ganz unauffällig aber in Wirklichkeit ein Platzwunder! Und siehe da, selbst meine Zahnbürste passt rein! Und so habe ich das Täschchen auch direkt als Kosmetiktasche mit auf Reisen genommen.

Praktisch waren es gar nicht so viele Schritte:

  1. Zuschneiden.
  2. Am Rand einen Kordelkanal setzen, indem ich umklappe und festnähe.
  3. An beiden Seiten zusammennähen.
  4. Zwei Kordeln einziehen und deren Enden mit einem Knoten versehen.

Wie günstig ist es zu nähen?

Zur Info, ich nähe seit einem Jahr und habe bis jetzt vielleicht so hundert Stunden ins Nähen lernen gesteckt. Hinzu kommen etwa 200€ für die Nähmaschine und Zubehör. In Sachen Materialkosten beläuft sich dieses Projekt auf vielleicht 50 cent plus 1€ für das Second-Hand Kleid. Eigentlich brauchte ich nur ein Stückchen Stretchstoff, ein bisschen Kordel und natürlich Garn.

Um den Rock fertig zu stellen, habe ich eine Stunde gebraucht. Für das Täschchen brauchte ich auch etwa eine Stunde, wobei ich da erst noch ein wenig nachdenken musste, und geschaut habe, ob sich nicht noch etwas anderes aus den Resten nähen lässt.

Ich finde, das Ergebnis kann sich sehen lassen!

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